W-FR-4 Sabine Reusch

Liebe Delegierte,

in Deutschland, dem Vorzeigeland für Soziales und Fortschrittlichkeit, betreibt die derzeitige Regierung eine Politik, die soziale Ungleichheit befürwortet. Kohlelobby und Stromkonzerne werden weiterhin unterstützt, sodass die klimapolitischen Ziele nicht eingehalten werden können und Menschen weltweit in immer stärkere Armut geraten. Die Flüchtlingspolitik unterstützt die Isolierung von verfolgten und in Not geratenen Menschen. Doch CDU und SPD sind sich einig, wenn es um Frauenpolitik und Gedöns geht: Es muss etwas für die Geschlechtergerechtigkeit getan werden! Deshalb wurden der Ausbau
der Betreuungsplätze und die Einführung des Elterngelds sowie der Frauenquote beschlossen. Dass muss vorerst ausreichen.

Doch der Ausbau der Kinderbetreuungsplätze ist unzureichend, das vergleichsweise geringe Elterngeld geht mit einem hohen Verdienstausfall einher und das Ehegattensplitting sowie die Ehegattenmitversicherung in der Krankenversicherung lassen viele zuvor egalitäre Paare ungewollt in die Traditionalisierungsfalle tappen, sobald sie eine Familie gründen. Zugleich finden uneheliche Partnerschaften oder Alleinerziehende keinerlei Berücksichtigung in der sogenannten Familienförderung, die abrupt endet, sobald sich ein Ehepaar scheiden lässt. Themen wie die von vielen Eltern gewünschte kurze Vollzeitarbeit und die Verringerung
von Geschlechterrollenbildern, die Kinder in bildungslose Prinzessinnen und innovative Astronauten einteilen, bleiben vollkommen auf der Strecke.

Deshalb möchte ich aktiv daran mitarbeiten, die Inkonsistenz der staatlichen Regelungen zu beheben und Frauen sowie Männern zu ermöglichen, ihre Familien- und Arbeitszeit nach eigenem Wunsch aufzuteilen und ihre persönlichen Stärken zu entdecken, um sich beruflich verwirklichen zu können. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir das Vertrauen und die Unterstützung schenkt, um die Rolle als stellvertretende Delegierte aus voller Überzeugung anzutreten.

Mit grün-feministischen Grüßen

Sabine Reusch

Biografie

1986 wurde ich in Bottrop geboren. Von meinen Eltern, die in der sozialistischen Jugend politisch aktiv waren, habe ich früh gelernt, Traditionen in Frage und mich meiner sozialen und ökologischen Verantwortung zu stellen. 2008 begann ich mein Soziologiestudium, legte schnell meinen Schwerpunkt auf Themen sozialer Ungleichheit und Geschlechtergerechtigkeit und diskutierte in meiner Bachelorarbeit den Ersten Gleichstellungsbericht des BMFSFJ. Seit einem Jahr bin ich in der Erneuerbaren-Energien-Branche tätig und im Februar dem KV Bottrop beigetreten, da die Politik der Grünen mit meinen Überzeugungen einhergeht.

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